Notfallmedizin 2.0
Zertifizierung des Zentrums- für Notfall- und Akutmedizin
Über 21 Millionen Menschen kommen jährlich in die Notaufnahmen deutscher Kliniken – Tendenz steigend. Doch viele Patienten sind keine Notfälle im klassischen Sinne und benötigen nicht die umfassende Ausstattung einer Notaufnahme. Eine Folge: lange Wartezeiten für Notfälle, bei denen oftmals jede Sekunde zählt.
Um Notfälle und Patienten mit weniger schwerwiegenden Erkrankungen gleichermaßen sicher zu versorgen, hat das Marienkrankenhaus Hamburg seine Notaufnahme nun grundlegend neu strukturiert. Mit dem Zentrum für Notfall- und Akutmedizin wurde eine Organisationsform geschaffen, die bundesweit Modellcharakter besitzt und die nun als erstes Zentrum seiner Art nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert wurde.
Sicher versorgt Anlässlich einer Feierstunde zur Zertifikatsübergabe durch die DIOcert GmbH am gestrigen Donnerstag erklärte Michael Wünning, Leitender Arzt des Zentrums für Notfall- und Akutmedizin: "Das Marienkrankenhaus ist einer der wichtigsten Notfall- und Akutversorger in Hamburg. Komplexe Unfallverletzungen und Patienten mit Herzinfarkt werden hier ebenso zuverlässig behandelt wie Menschen mit unkomplizierten Erkrankungen."
Mit dem Zentrum für Notfall- und Akutmedizin bietet das Marienkrankenhaus seinen Patienten nun die Möglichkeit einer hochwertigen medizinischen Versorgung an 365 Tagen im Jahr – unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung. Dank eines interdisziplinären Teams aus Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen, professioneller Pflege, kurzer Wege und einer hochwertigen medizin-technischen Ausstattung ist die schnelle und systematische Einschätzung der jeweiligen Behandlungsdringlichkeit sowie eine fachspezifische Versorgung jederzeit gewährleistet.
Zuwachs an Patienten Eine wesentliche Besonderheit, die das Modell des Marienkrankenhauses von anderen Ansätzen unterscheidet, ist die Einbindung einer akutmedizinischen Versorgungsstruktur. Michael Wünning erläutert: "Bedingt durch den demografischen Wandel konnten wir in letzter Zeit einen enormen Zuwachs an Patienten in der Notaufnahme beobachtet." Viele dieser Patienten stehen zwar unter einem hohen persönlichen Leidensdruck, benötigten jedoch nicht das umfassende Spektrum und die Ausstattung einer professionellen Notaufnahme.
"Durch eine qualifizierte Ersteinschätzung der Behandlungsdringlichkeit werden diese Patienten schnell identifiziert und in der Akutmedizin, welche in ihrer Struktur einer allgemeinmedizinischen Praxis ähnlich ist, schnell und kompetent behandelt", so Wünning. Nach einer initialen Versorgung werden die Patienten jeweils zurück zu ihrem behandelnden Hausarzt überwiesen. Ein wesentlicher Vorteil: Patienten, die die Notaufnahme aufsuchen, können auch ambulant behandelt werden, ohne dass Ressourcen wie Personal, Technik oder Räumlichkeiten für die Versorgung von schweren Notfällen gebunden werden.
Ausgezeichnete Qualität Seine medizinische Leistungsfähigkeit wurde dem Zentrum für Notfall- und Akutmedizin nun auch von externer Stelle attestiert. Als erstes Zentrum seiner Art erhielt das Marienkrankenhaus das Zertifikat nach DIN EN ISO 9001:2008. Externe Sachverständige der DIOcert GmbH prüften das Qualitätsmanagement des Zentrums in Bezug auf Organisation, Strukturen und Abläufe. "Die Auszeichnung unseres Qualitätsmanagements freut uns sehr", so Michael Wünning. "Die hervorragenden Ergebnisse zeigen, dass wir ein effektives und gleichzeitig innovatives Modell gefunden haben, das den Bedürfnissen der Patienten gerecht wird und die medizinische Versorgung in der Stadt verbessert."
Hintergrund Im Zentrum für Notfall- und Akutmedizin am Kath. Marienkrankenhaus Hamburg werden jährlich rund 35.000 Patienten behandelt. Für die Diagnostik und Therapie stehen elf separate Behandlungsräume mit der Möglichkeit der intensivmedizinischen Therapie sowie sieben Überwachungsplätze für eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung der Patienten zur Verfügung. Eingebunden sind eine Zertifizierte Chest Pain Unit, eine Zertifizierte Stroke Unit und ein Zertifiziertes Traumazentrum für Unfallverletzungen. Neben der Notfallmedizin und der Akutmedizin bietet das Zentrum eine eigene Kurzzeitstation, die dem Zentrum räumlich angeschlossen ist. Hier werden Patienten aufgenommen, deren Krankheit weder die Aufnahme in eine der Fachabteilungen erfordert, noch eine Entlassung nach Hause erlaubt. Bis zu 24 Stunden können Patienten auf der Kurzzeitstation mit sieben Überwachungsplätzen rund um die Uhr beobachtet und behandelt werden, um danach möglichst wieder in die ambulante Weiterbehandlung entlassen zu werden.
Artikel versenden
<- Zurück zu: Pressemitteilungen
|
|