Hamburg gegen den Lungenkrebs

Lungenkrebs ist auf dem Vormarsch! Jährlich steigen die Neuerkrankungen. Unter Männern wie Frauen ist Lungenkrebs die dritthäufigste bösartige Tumorerkrankung. Mit einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit und neuen Behandlungsmethoden sorgt das Marienkrankenhaus dafür, die Therapie von Lungenkrebs weiter zu verbessern.

Die Früherkennung von Lungenkrebs ist schwierig. Ein Grund: die Symptome tauchen zumeist in einem späten Stadium auf. „Nur 30 Prozent aller Lungenkrebspatienten kommen frühzeitig zu uns in die Behandlung“, erklärt Dr. med. Vera van Ackeren, Oberärztin der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Marienkrankenhaus. In fortgeschrittenen Stadien ist die Behandlung jedoch nur gemeinsam von mehreren Fachdisziplinen zu leisten.

Dr. med. Vera van Ackeren | Thoraxchirurgie
Thoraxchirurgie

Dr. med. Vera van Ackeren

  • Schwerpunkte

  • Mitgliedschaft in Fachgesellschaften

    • Deutsche Gesellschaft für Chirurgie
    • Bund Deutscher Chirurgen
    • Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen
    • Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie
  • Weiterbildungsermächtigung

    • Thoraxchirurgie (4 Jahre)
    • Allgemeine Chirurgie (1 Jahr)

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  • Ausbildung und Lebenslauf

    • Facharztausbildung, Universitätsklinik Eppendorf 1990-1997
    • Funktionsoberärztin der chirurgischen Abteilung Krankenhaus Elim in Hamburg 1999-2001
    • Weiterbildung Viszeralchiurgie und Thoraxchirurgie, Universitätsklinik Lübeck, 2001-2004
    • Oberärztin am Marienkrankenhaus, seit 2004
    • Verantwortliche Oberärztin für die Sektion Thoraxchirurgie, seit 2013
  • Anmeldung zur Sprechstunde

    Sprechstunde für Thoraxchirurgie

    Freitag, 08:30 bis 12:00 Uhr, nach telefonischer Vereinbarung
    Telefon 040 / 25 46 - 14 61
    Fax 040 / 25 46 - 14 60

    Für die Vorstellung von Patienten ist ein Einweisungsschein erforderlich.

Im Onkologischen Zentrum am Marienkrankenhaus arbeiten deshalb Pneumologie, Thoraxchirurgie, Onkologie inklusive der Chemotherapie, Strahlentherapie und Pathologie eng zusammen. In den zweimal wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenzen werden detaillierte Behandlungspläne für die Patienten ausgearbeitet. Dr. van Ackeren: „Der intensive Austausch ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der Behandlung. In den Tumorkonferenzen werden die Erkrankungs- und Verlaufsdaten der betroffenen Patienten vorgestellt, um gemeinsam die bestmögliche Tumordiagnostik und -therapie für jeden einzelnen Patienten zu gewährleisten. Auch der genauen Gewebezuordnung, wie sie unsere Pathologen erstellen, kommt eine enorme Bedeutung zu, da sich hiervon die Therapieentscheidung ableitet.“ 

Neben einer gut verzahnten Therapieabfolge, in die auch Psychologen, Sozialarbeiter und Physiotherapeuten eingebunden sind, kommen moderne und gleichzeitig sichere Therapieverfahren bei Lungenkrebs zum Einsatz. Darunter fallen zum Beispiel minimal-invasive Behandlungsmethoden wie die sogenannten VATS-Lobektomie (Video Assistierte Thorakoskopische Chirurgie). Dank dieser Methode kann der Lungenkrebs durch kleinste Öffnungen im Brustraum schonend entfernt werden. Etwa 15 bis 20 Prozent der Eingriffe bei Lungenkrebs werden bereits mit der VATS-Lobektomie durchgeführt. 

Der Thoraxchirurg operiert dabei endoskopisch durch drei kleine Schnitte. Die gesamte Operation und die Entfernung des erkrankten Lungengewebes und der Lymphknoten entlang der Luftröhre erfolgt auf diesem Weg. Mit speziellen Klammernahtgeräten werden die Bronchien, die Blutgefäße und das Lungengewebe dicht verschlossen und geteilt. Anschließend können ganze Lungenlappen oder auch ein ganzer Lungenflügel mit Hilfe eines Bergungssackes durch einen ca. 4 cm langen Schnitt entfernt werden. 

Im Hinblick auf die wichtige Tumorfreiheit, die sogenannte Radikalität, zeigen erste Studien den Erfolg der VATS-Methode. Ein weiterer Vorteil: im Vergleich zur bisher notwendigen Öffnung des Brustkorbes ist das neue Verfahren schmerzfreier und schonender für den Patienten, da der Brustkorb nicht eröffnet werden muss. Aufgrund der kleineren Wunden erholt sich der Patient wesentlich schneller. Nach drei bis vier Tagen kann er bereits die Klinik verlassen, während er bei der konventionellen OP-Methode eine Woche oder länger in der Klinik bleiben muss. 

Spezielle Technik und Erfahrung

Die Voraussetzung für den Erfolg der neuen Methode ist, dass sie von erfahrenen Chirurgen durchgeführt wird. Dr. van Ackeren: „Die Lunge verfügt über zahlreiche sensible Versorgungsleitungen wie Blutgefäße und Luftröhrenäste (Bronchien), die verschiedene Segmente der Lunge mit Luft und Sauerstoff versorgen. Da bei einem operativen Eingriff ganz bestimmte Lungenarterien, Lungenvenen und Bronchien durchtrennt werden müssen, ist eine besondere operative Routine neben der speziellen Medizintechnik von besonderer Bedeutung. Nur so können bestimmte Arterien, Venen und Bronchien der verbliebenen Lunge erhalten bleiben, die wichtig für die Versorgung mit Blut und Atemgas sind.“ 

In Deutschland wurde bisher nur eine Minderheit der Patienten mit der VATS-Technik operiert. Dr. van Ackeren: „Die Einführung der VATS-Methode erfordert eine systematische und lange Vorplanung. Nach einer ersten Einführungsphase liegt die Operationszeit mittlerweile nur noch bei rund 2,5 Stunden.“Das Verfahren ist anwendbar bei allen Patienten mit operierbarem Lungenkarzinom im Anfangsstadium oder gutartigen Lungenerkrankungen. Voraussetzung ist, dass keine Verwachsungen der Lunge mit anderen Organen oder der Brustwand (zum Beispiel nach einer Rippenfellentzündung) bestehen und dass bei bösartigen Erkrankungen der Tumor nicht über die Lungengrenzen hinausgewachsen ist.

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