Vorhofflimmern und Herzrhythmusstörungen

Das Herz schlägt etwa 60 bis 100 mal pro Minute. Rund drei Milliarden Schläge bei einem achtzigjährigen Leben. Diese Leistung ist einzigartig. Dass das Herz gelegentlich aus dem Takt geraten kann, ist nicht verwunderlich. Das Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen. Durchschnittlich 1,5 bis 2 Prozent aller Menschen leiden darunter. Ohne Therapie drohen ernste Folgen, beispielsweise ein Schlaganfall.

Symptome

Typisches Anzeichen dieser häufigsten Herzrhythmusstörung ist ein unregelmäßiger Puls. Viele Patienten klagen außerdem über Herzstolpern, Atemnot oder Angstgefühl. Oft bleibt das Flimmern jedoch auch völlig unbemerkt.

Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig. Gelegentlich tritt Vorhofflimmern ohne erkennbaren Grund auf. So kann zum Beispiel übermäßiger Alkoholgenuss auch bei einem gesunden Herzen eine vorübergehende Rhythmusstörung auslösen, die dann jedoch wieder endet. Mögliche Ursachen für länger anhaltendes Vorhofflimmern sind Herzklappenfehler, langjährig erhöhter Blutdruck, Durchblutungsstörungen, frühere Herzinfarkte, natürliche Alterungsprozesse des Herzens sowie Stoffwechselerkrankungen. Wichtig: auch häufiger Ausdauersport kann zu Vorhofflimmern führen. So ist die Wahrscheinlichkeit insbesondere bei Rennradfahrern und Ruderern bis zu 5-fach erhöht.

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Vorhofflimmern
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Blutverdünnung

Diagnose

Durch Pulsmessung und Abhören mit einem Stethoskop kann Ihr Arzt erkennen, ob Sie an Vorhofflimmern leiden. Zur Diagnosesicherung wird ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt, das die Herzaktivität aufzeichnet. Damit lässt sich die Herzrhythmusstörung eindeutig feststellen. Da Vorhofflimmern bei vielen Patienten zunächst nur in Episoden auftritt, kann ein Langzeit-EKG notwendig sein. Über einen längeren Zeitraum (meist 24 Stunden) werden Herzfrequenz und Herzrhythmus gemessen. Unter Berücksichtigung der persönlichen Krankengeschichte können zudem folgende Untersuchungen zum Einsatz kommen: Herzecho, Thorax-Röntgen, Belastungs-EKG.

Behandlung

In der Regel wird versucht, den Herzrhythmus mit speziellen Rhythmus- und blutverdünnenden Medikamenten wieder herzustellen und das Vorhofflimmern zu beenden. Die ursächliche Herz- oder Stoffwechselerkrankung muss jedoch behandelt werden, um Rückfälle zu vermeiden. Für Patienten, die sehr unter dem Herzrasen leiden, besteht die Möglichkeit der sogenannten Katheterablation des Vorhofflimmerns. Bei dieser Untersuchung wird mit Herzkathetern der Ursprungsort des Vorhofflimmerns aufgesucht und mittels Hochfrequenzstrom verödet. Das aufwändige Verfahren ist für die verschiedenen Stadien des Vorhofflimmerns erprobt. Manchmal lässt sich der Herzrhythmus nicht dauerhaft stabilisieren. Das ist oft dann der Fall, wenn das Vorhofflimmern schon seit vielen Monaten oder Jahren besteht oder andere Herzerkrankungen ursächlich sind. In diesem Fall werden Medikamente zur Pulsregulation und zur Blutverdünnung langfristig eingesetzt.

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