Kinderorthopädie mit Herz:
Ihre Experten in Hamburg

Die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen am Bewegungsapparat bei Säuglingen, Kindern und heranwachsenden Jugendlichen verdient besondere Aufmerksamkeit und Expertise. Von wesentlicher Bedeutung ist dabei die Früherkennung von Haltungsfehlern, Fehlstellung der Arme und Beine sowie der Wirbelsäule.

In vielen Fällen kann eine frühzeitige Behandlung schon auf konservativem Wege zum gewünschten Ausgleich und damit zur Heilung führen. Sollten operative Verfahren erforderlich sein, so werden unsere kleinen Patienten im Marienkrankenhaus hochwertig auf einer speziellen Kinderstation versorgt. In Kooperation mit dem Kinderkrankenhaus Wilhelmsstift ist auch eine hierfür extra eingerichtete Intensivstation im Marienkrankenhaus vorhanden.

Unsere Leistungen reichen von der Diagnostik, der Einleitung einer krankengymnastischen Übungsbehandlung, über den eventuellen chirurgischen Eingriff bis hin zur Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln. Bei regelmäßigen Verlaufsuntersuchungen wird der Erfolg jeder Maßnahme beobachtet und kontrolliert.

Unsere Schwerpunkte

  • Distale Radiusfraktur

    Distale Radiusfraktur im Kindes-oder Jugendalter

    Insgesamt stellt die Radiusfraktur den häufigsten Bruch des menschlichen Körpers dar. Während beim betagten Menschen osteoporotische Knochenstrukturen ein hohen Anspruch an die operative Versorgung stellen, ist die handgelenksnahe Fraktur des Speichenendes von Kindern und Jugendlichen gut zu beherrschen. Keinesfalls darf aber der Bruch bagatellisiert werden, da in diesem Alter die Wachstumsfuge sich in unmittelbarer Nähe befindet oder sogar mitbetroffen ist.

    Gut 20 Prozent aller Frakturen, welche während der Wachstumsphase auftreten, betreffen den distalen Radius. Am häufigsten betroffen sind Kinder um das 12. -13. Lebensjahr herum. Sportliche Betätigung mit hierdurch bedingtem Unfallereignis sind die häufigste Ursache für das Auftreten dieser Fraktur. Wir unterscheiden, wie auch bei den Brüchen des Erwachsenen, Flektions- und Extensionsfrakturen. Sofern die Wachstumsfuge mitbetroffen ist, erfolgt die Einteilung nach Aitken oder Salter-Harris. Auch haben sich weitere Systeme der Klassifikation, wie z. B. das AO pediatric comprehensive classification of long bone fractures (PCCF) etabliert.

    Wir unterscheiden verschiedene typische Frakturformen des körperfernen Speichenendes: - Wulstfrakturen - Grünholzfrakturen/Biegungsbrüche - metaphysäre Frakturen - Frakturen im Bereich der Wachstumsfuge - intraartikuläre Frakturen Die Wulstfrakturen werden konservativ behandelt und heilen problemlos aus. Die Grünholzfrakturen neigen zu einer konvexseitigen Heilungsverzögerung und bedürfen einer längeren Ruhigstellung, regelmäßiger Kontrolle und ggf. sekundärer Korrektur bei zunehmender Achsabweichung im Verlauf. Instabile dislozierte Frakturen außerhalb der altersentsprechenden Korrekturgrenzen müssen reponiert und ggf. operativ durch Spickdrähte stabilisiert werden.

    Diagnostik

    Die Diagnostik des distalen Radiusbruches ist unter Verwendung der standardisierten typischen Maßnahmen i.d.R. problemlos möglich. Sowohl der Unfallhergang wie auch die typische Klinik weisen auf eine handgelenksnahe Verletzung hin. Je höher der Dislokationsgrad der Fraktur ist, desto eher imponiert auch dann die klinisch gut erkennbare Fehlstellung. Die sogenannte Bajonettfehlstellung ist bereits beweisend für das Vorliegen einer Fraktur. Bei der Durchführung der Diagnostik ist darauf zu achten, dass diese schonend und schmerzfrei für die betroffenen Kinder durchgeführt wird.

    Neben der klinischen Untersuchung mit Beurteilung der peripheren Durchblutung, Motorik und Sensibilität kann die Sonografie in der Hand des geübten wertvolle Hinweise geben. Hierdurch kann die Exposition von Röntgenstrahlen reduziert werden, jedoch gilt aktuell das konventionelle Röntgenbild in 2 Ebenen als diagnostischer Goldstandard. Eine korrekte Projektionstechnik ist unabdingbare Voraussetzung. Untersuchungstechniken wie die Computertomografie oder die Kernspintomografie spielen eine deutlich untergeordnete Rolle im Rahmen der Primärdiagnostik und klären in der Regel eher Begleitverletzungen ab. Frakturen, welche keine Dislokation aufweisen, sind der konservativen Therapie zuzuführen.

    Therapie

    Wir wenden hier vornehmlich eine dorsoradiale Gipsschiene an, wodurch ein schnelles Abschwellen und eine deutliche Reduktion der Beschwerdesymptomatik gewährt wird. Oft ist die Anlage eines zirkulären Retentionsverbandes nicht erforderlich. Hier muss jedoch auch auf den Aktivitätsgrad des betroffenen Kindes und die Frakturmorphologie geachtet werden. Des Weiteren sind der Dislokations-Grad und die Achsabweichung der Fraktur zu beurteilen. Beurteilt man die Achsen, so ist darauf zu achten, dass diese anhand einer korrekten radiologischen Projektion in 2 Ebenen bestimmt werden. Grundvoraussetzung für die Auswahl der korrekten Behandlungsstrategie ist die Beachtung der spontanen Korrekturmechanismen, welche sich aus dem weiteren Wachstumspotenzial ergeben. Dieses stellt mit den wichtigsten Faktor in der Beurteilung der Fraktur und die Auswahl der zugehörigen Behandlungsmethode dar. Sofern eine Reposition für nicht erforderlich erachtet wird und die spontanen Korrekturmechanismen ein Wachstum erwarten lassen, welches kosmetisch und funktionell nicht zu beanstanden ist, so müssen sowohl das Kind wie aber auch unbedingt die Eltern darüber eingehend aufgeklärt werden. Hier muss vermittelt werden, dass nahezu das gesamte Längenwachstum des Radius körperfern vonstattengeht und somit ein erhebliches Korrekturpotenzial vorausgesetzt werden darf.

    Wegen des großen Korrekturpotentials (Remodelling) können bei den distalen Unterarmfrakturen auch größere Achsabweichungen ausgeglichen werden. Folgende Winkelmaße sind dem jeweiligen Lebensalter als Korrekturpotenzial zugeordnet. 

    Übersteigt der Grad der Dislokation der Fraktur die tolerablen Maße, so ist eine Reposition und Retention erforderlich. Dieses kann durch die typischen Techniken der Anlage eines Repositionsgipses erzielt werden. Gegebenenfalls sind auch Techniken, wie beispielsweise die Gipskeilungung möglich, wobei hier über das Verfahren sowohl die Patienten wie auch die Eltern eingehend aufgeklärt werden müssen. Da die Reposition in der Regel ein schmerzhaftes Manöver ist, sollte diese in begleitender Analgosedierung oder eher kurzer Narkose erfolgen. Unabhängig vom Frakturtyp gelingt die Reposition nahezu ausschließlich in geschlossener Technik. Um die Stellung zu sichern, verwenden wir in der Regel ein Repositionsgips. Auch kann die Anlage eines Castverbandes durchgeführt werden.

    Es ist darauf zu achten, dass diese Verbandsanordnungen ausnahmslos bis auf den letzten Faden gespalten werden, um bei weiterer Schwellung Haut- und Weichteilschäden vermeiden zu können. Lässt sich keine ausreichende Sicherung der Stellung durch einen Repositionsgips herbeiführen, erfolgt bei Kindern und Jugendlichen eine Sicherung mittels Kirschnerdrähten. Hierfür reichen in der Regel 1-2 Kirschnerdrähte aus, welche sich auf der Frakturlinie selbst nicht kreuzen sollten. Die Drähte werden ausnahmslos perkutan eingebracht. Sie können unter Hautniveau gekürzt werden oder aber auch über das Hautniveau stehen gelassen werden, was ein gleichartiges funktionelles Ergebnis bei gleichartiger Komplikationsquote erwarten lassen darf. Es ist darauf zu achten, dass die Drähte möglichst im ersten Versuch korrekt positioniert werden, um das mehrmalige Passieren der Wachstumsfuge zu vermeiden.

    Die Frakturen mit Beteiligung der Wachstumsfuge oder des Gelenkes sind anatomisch zu reponieren. Auch wenn die Frakturen mit Kirschnerdrähten gesichert werden, ist eine begleitende Ruhigstellung im Gips- oder Castverband erforderlich. Versorgung mit winkelstabilen Plattensystem oder einem Fixateur extern sind Ausnahmesituationen vorbehalten. Die Dauer der Gipsbehandlung richtet sich nach Frakturtyp und Lebensalter des Patienten. Häufig reicht eine Gipsanlage von 2-4 Wochen, über 6 Wochen kommt bei regulärem Verlauf nicht vor.

    Abschließend bleibt festzustellen, dass die Therapie des körperfernen Speichenbruches im Wachstumsalter sehr gute Ergebnisse aufweist, sofern die Besonderheiten der Frakturmorphologie und das verbliebene Korrekturpotenzial bei weiterem Längenwachstum des Radius richtig eingeschätzt wird. Grundvoraussetzung ist eine korrekte radiologische Diagnostik, wobei die Sonografie weitere wertvolle Hinweise im Verlauf geben kann. In den meisten Fällen ist eine konservative Therapie zielführend, sofern jedoch eine Osteosynthese nach Reposition erforderlich ist, stellt die Versorgung mittels Kirschnerdrähten den Goldstandard dar. Bei korrektem therapeutischen Algorithmus sind verbleibende Funktionseinschränkungen oder Fehlstellungen sehr selten.

    Wulstfrakturen werden konservativ behandelt und heilen problemlos aus.
     

  • Hüfte

    • Hüftdysplasie, sonografische Diagnostik von Hüftreifungsstörungen
    • Hüftschnupfen (Coxitis fugax)
    • Hüftkopfnekrose (Morbus Perthes)
    • Epiphyseolysis capitis femoris (Wachstumsfugenlösung/Hüftkopfgleiten)
    • Achsfehlstellungen der Beine (Coxa valga / vara, Rotationsfehlstellungen) 
  • Knie und Fuß

    • X- und O- Beinfehlstellungen
    • Fehlstellungen der Patella, Patellaluxation (Verrenkung der Kniescheibe)
    • Osteochondrosis dissecans, Knorpelerkrankungen
    • Fehlstellungen des Fußes
  • Wirbelsäule

    • Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliose)
    • Morbus Scheuermann (Reifungsstörungen der Wirbelsäule)
    • Fehlhaltungen (Flach- und Rundrücken)
    • Instabilität der Wirbelsäule (Listhese) 
  • Hand, Schulter, Ellenbogen

    • Osteochondrosis dissecans
    • Fehlstellungen der Ellenbogen
    • Schulterinstabilität, Schulterverrenkung
    • Veränderungen der Hand (handchirurgische Sprechstunde) 
  • Kindertraumatologie

    • Sämtliche Verletzungen des Bewegungsapparates (Knochenbrüche, Knorpelschäden, Gelenkverrenkungen, Kapsel- Bandverletzungen etc.) wie auch Gelenkinfektionen werden innerhalb unseres traumatologisch-orthopädischen Zentrums behandelt.
  • Anmeldung zur kinder-orthopädischen Sprechstunde!

Speziell für Neubeborene: die Hüftsonografie. Für alle Säuglinge, die in der Geburtshilfe des Marienkrankenhauses zur Welt kommen (mit ca. 4.000 Geburten pro Jahr eine der beliebtesten Geburtshilfen in ganz Deutschland) bieten wir einmal in der Woche die sonografische Diagnostik an. Ziel ist es, eventuelle Hüftreifungsstörung und Fehlstellungen frühzeitig zu erkennen und diese bedarfsgerecht einer Behandlung zuzuführen.

Kooperationspartner

Für eine optimale Vor- und Nachsorge kooperieren wir eng mit niedergelassenen Kinderorthopäden und Physiotherapeuten:

Ihre Expertin

Dr. med. Evita Krüger

Dr. med. Evita Krüger

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Vereinbaren Sie eine Beratung unter Tel. 040/25 46-15 02. Wir sind für Sie und Ihre Fragen da!