Bauchaortenaneurysma:
Behandlung mit einem Stent 

Jean Max Runge ist ein Baum von einem Mann, fester Händedruck, ein freundliches Lächeln durch die randlose Brille, volles, weißes Haar. Seine 71 Jahre sieht man ihm nicht an. Bis vor ein paar Tagen hat der Isolationsklempner seine eigene Firma geführt. Runge hat Kühlhäuser geplant und gebaut, erst als Angestellter und dann die letzten 18 Jahre mit seiner eigenen Firma und bis zu 8 Angestellten. Runge hat sein Leben lang hart gearbeitet, eine 40 Stunden Woche kennt er nur vom Hörensagen und im Urlaub unerreichbar zu sein - undenkbar. Dass Runge heute jedoch noch lebt, hat er einem Zufall zu verdanken - und kompetenten Ärzten.

Bei über 70 Prozent der Patienten ist eine schonende Katheterintervention ohne OP möglich.

Auch wenn Runge viele Nächte auf Montage in Hotels in Deutschland und Europa verbracht hat, so ist er doch ein Familienmensch, er hat die beiden Söhne mit erzogen und er hat sich auch immer Zeit für seine Frau genommen, mit der er in diesem Jahr 50 Jahre verheiratet ist.

Arzt erklärt seinem Patienten sein Krankheitsbild
Prof. Christian Habermann im Gespräch mit Jean Max Runge.

So auch an diesem Tag im August. Runge ist mit seiner Frau zum Shoppen in Hamburg unterwegs. Seine Hüfte hat ihm in den letzten Wochen immer mal wieder Schmerzen bereitet, aber so schlimm wie heute war es noch nie. Runge kann kaum noch laufen. Seine Frau schickt ihn zum Hausarzt, der ihn an einen Radiologen überweist. Der Radiologe sieht, dass es nicht die Hüfte ist und schickt ihn mit der Diagnose „Verdacht auf Aortenaneurysma“ in ein großes Krankenhaus. Dort erklärt man Runge, dass man frühestens  in einem halben Jahr einen Termin hätte und er doch einfach nur ein wenig Geduld haben müsse, es eile ja nicht.

Runge hat ein ungutes Gefühl und stellt sich wieder bei seinem Hausarzt vor. Auch der kann mit der Einschätzung des Krankenhauses nichts anfangen und schickt ihn zu Prof. Dr. Christian R. Habermann, Chefarzt für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Leiter des Gefäßzentrums am Marienkrankenhaus in Hamburg. Für Habermann ist die Diagnose klar: Ein Aortenaneurysma mit einem Durchmesser von über 5,5 Zentimetern - wieder mal ein Zufallsbefund. Bei Runge besteht die deutlich erhöhte Gefahr einer Ruptur. Einmal falsch gehoben, oder ein kräftiger Nieser und das Aneurysma kann platzen.

Aneurysma - Risikofaktoren und Symptome

Dazu Prof. Habermann: „Ein Aortenaneurysma ist eine Aussackung der Hauptschlagader, die durch Bluthochdruck oder durch eine Verhärtung der Gefäßwände, die sogenannte Arteriosklerose, entsteht. Männer über 65 Jahre sind etwa fünfmal häufiger betroffen als Frauen. Rauchen und zu hohe Blutfettwerte sind Risikofaktoren. Bei jedem zehnten Patienten mit einem Aneurysma, das größer als 5 cm ist platzt die Aussackung innerhalb eines Jahres, die verbluten dann innerlich innerhalb weniger Minuten. Nur wenige dieser Patienten schaffen es dann noch rechtzeitig in ein Krankenhaus. Leider gibt es in Deutschland immer noch kein verbindliches Screening, dabei könnten wenige Minuten Ultraschall viele Menschenleben retten. Alleine in Deutschland laufen wahrscheinlich über eine Million unerkannte Aortenaneurysmen herum.“

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Habermann weiter: „Herr Runge gehörte zu den über 70 Prozent der Patienten, bei denen eine minimal-invasive Katheterintervention möglich war und somit auf eine Operation und auf große Hautschnitte verzichtet werden konnte.“

Runge wird also noch am selben Tag versorgt. Dazu wird er auf einen Röntgentisch gelegt und das Gebiet um die Leistenarterie wird örtlich betäubt. Dann schiebt der Arzt einen dünnen Kunststoffschlauch, in dem ein Führungsdraht steckt, bis zum Aneurysma. Dies geschieht unter Röntgenkontrolle - am Marienkrankenhaus sogar mit einem Gerät, das wahlweise einfache Röntgenbilder oder Computer generierte Röntgen-Schichtbilder (CT) liefert.

Patient und Arzt
Runge geht in regelmäßigen Abständen zu Prof. Habermann in das Marienkrankenhaus, um seine Aorta überprüfen zu lassen.

Prof. Habermann: „Bei Herrn Runge haben wir optimale Bedingungen vorgefunden, die Nierenarterien waren noch weit genug entfernt, wir hatten also in alle Richtungen genug Platz. Auf einem Katheter ist eine zusammengefaltete, sogenannte Y-Prothese montiert, die wir bis zu der Aussackung geschoben und dann aufgedehnt haben." Diese Prothese liegt in der Aorta und mit jeweils einem Schenkel rechts und links in den Beinarterie. Durch den Druck des Materials schmiegt sie sich an die Gefäßwand und kapselt die Aussackung ab. Nach einem Eingriff von 90 Minuten ist die Gefahr gebannt.

Stentgraft-Prothese statt OP

Jean Max Runge musste noch zwei Tage zur Überwachung im Krankenhaus bleiben. Eigentlich fand er das überflüssig, er war ja wieder gesund und Bäume hätte er auch schon wieder ausreißen können. Folgerichtig baute er bereits eine Woche nach dem Eingriff wieder Kühlhäuser. 

Runge geht nun in regelmäßigen Abständen zu Prof. Habermann, um mit dem CT seine Aorta und die Prothese zu überprüfen. Die sitzt weiter einwandfrei und der ehemalige Blutsack wird von Mal zu Mal kleiner.

Runge geht es gut, wenn da nicht das Rentnerdasein wäre, er langweilt sich. Deswegen geht die Hochzeitsreise anlässlich der goldenen Hochzeit auch nicht nach Mölln, wie vor fünfzig Jahren, sondern nach Dubai.

Jean Max Runge vor dem Hamburger Hafen
Genießt das Leben: der 71-Jährige Jean Max Runge vor dem Hamburger Hafen.

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Prof. Dr. med. C. R. Habermann

Prof. Dr. med. C. R. Habermann

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