Divertikulitis: Hilfe durch eine minimal-invasive OP

Reinhard von Hacht ließ sich lange nicht anmerken, wie schlimm es war. So lange, bis die Schmerzen im Bauch unerträglich wurden. Im Marienkrankenhaus überbrachten die Ärzte dem 82-jährigen schließlich die Diagnose: Divertikulitis.  

„Das ist eine Erkrankung, bei der sich Ausstülpungen im Dick- oder Dünndarm entzünden. Diese Ausstülpungen werden als Divertikel bezeichnet“, erklärt Prof. Dr. Christian Müller, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie und ein erfahrener Experte für die minimal-invasive Chirurgie – die schonende „Schlüsselloch-Chirurgie“.

Bei Reinhard von Hacht handelte es sich um eine akute komplizierte Divertikulitis, bei der die entzündeten Ausstülpungen des Dickdarms weitere Probleme mit sich brachten. Um gravierende gesundheitliche Folgen wie einen Darmverschluss zu vermeiden, war eine Operation unabdingbar.

Ärzte bereiten den Patienten für die OP vor
Der Patient wird auf die Operation vorbereitet. Dabei sorgt das spezialisierte Team der Anästhesiologie vor, während und nach der OP für seine Sicherheit.

Der Gemüsebauer aus den Vier- und Marschlanden nahm es gelassen. Es werde schon alles gut gehen, sagte er lächelnd. Er sollte Recht behalten. „Es hatte sich jedoch bereits ein Abzess– eine gefährliche Eiteransammlung – gebildet“, so Chefarzt Müller. „Wir mussten einen Teil des Darms herausnehmen und dann die beiden Enden miteinander verbinden.“

Ärzte während einer Darmoperation
Die Chirurgen entfernen das kranke Dickdarmsegment nach der laparoskopischen Präparation. Hierfür sind kleine Bauchschnitte nötig.

Vorgenommen wurde der Eingriff im neuen Zentral-OP des Marienkrankenhauses, in dem die Ärzte alle Geräte über einen zentralen Touchscreen steuern. Dr. Peter Bürgel, Koordinator des Darm-Magen-Zentrums und der operierende Arzt: „Wir mussten abwägen, ob wir den Patienten offen operieren, entschieden uns dann aber für die schonendere laparoskopisch-assistierte Technik. Die hohe Detailtreue der 4k-Monitore im neuen OP bietet insbesondere für videogestützte Eingriffe im Magen-Darm-Bereich immense Vorteile.“ 

Chefarzt bei der Operation
Chefarzt Prof. Dr. Müller verfolgt alles über die hochauflösenden 55-Zoll-Monitore. Für laparoskopische Eingriffe im Magen-Darm-Bereich ist diese Detailtreue enorm wichtig.

Bei einem laparoskopischen Eingriff werden nur kleine Schnitte an der Bauchwand angelegt, durch welche die Kamera und die Instrumente eingeführt werden. Wird diese Technik angewandt, so erholt sich der Patient meist rascher.

Doch auch wenn der 82-Jährige schon zwei Tage nach der Operation wieder durch das Patientenzimmer gehen konnte – er wird besser auf sich aufpassen müssen. Eine gesunde Lebensführung beugt Divertikeln vor und reduziert das Entzündungsrisiko. „Ich rate dazu, sich regelmäßig zu bewegen, ausreichend zu trinken und sich ballaststoffreich mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten zu ernähren“, so Chefarzt Müller.

Eine Physiotherapeutin hilft einem Patienten
Physiotherapeutin Monika Menges unterstützt schon kurz nach dem Eingriff bei der Mobilisation sowie mit Atemtherapie und Haltungskorrektur.

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Unsere Experten im Darm-Magen-Zentrum stehen Ihnen zur Verfügung. Rufen Sie gern an unter Tel. 040 / 25 46-14 61.