Weltpremiere: Shuntzentrum
erweitert Therapieangebot

Das Marienkrankenhaus bietet als weltweit erste Klinik eine neue Möglichkeit der operativen Shuntanlage. Mit einem kleinen Drahtnetz, dem VasQ™ Device wird die Erfolgsrate bei Shunt-Operationen deutlich erhöht.

Im Shuntzentrum am Marienkrankenhaus Hamburg erhalten dialysepflichtige Patienten eine umfassende operative und interventionelle Versorgung. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Shunt-Spezialisten ist die Entscheidung über den optimalen chirurgischen Zugang bei nierenkranken Patienten, die eine regelmäßige Blutwäsche (Dialyse) erhalten. Dr. Christos Petridis (Leiter der Gefäßchirurgie) setzt hierbei auf das sogenannte VasQ™ Device – ein kleines Drahtnetz, das nun erstmals und weltweit exklusiv in der Hamburger Klinik eingesetzt wurde.

Von einem, den der Optimismus nicht verlässt

Pawel Lopacinski (59) hat von Geburt an nur eine Niere. Dies beeinträchtigte ihn auch nicht weiter, bis er 2007 ständig Kopfschmerzen bekam und sich ungewohnt schlapp fühlte. Sein Hausarzt stellte einen viel zu hohen Blutdruck und veränderte Blutwerte fest und überwies ihn zum Nephrologen.

Pawel Lopacinski ist Segelmacher im Hamburger Umland und ein Mann, den so schnell nichts umhaut: „Als der Nephrologe mir sagte, dass meine Niere nicht mehr funktioniere und ich eine neue Niere bräuchte musste ich schon schlucken.“ Lopacinski kam auf die Liste derer, die eine Spenderniere benötigen und gleichzeitig dreimal in der Woche an die Dialyse. Lopacinskis Ehefrau Susanne, mit der er drei erwachsene Kinder hat, kann sich noch gut erinnern: „Von einem Tag auf den anderen haben wir nur noch im Rhythmus der Dialysen geplant.“

Arzt und Patient im Gespräch
Kurz nach dem Eingriff: Dr. Christos Petridis mit seinem Patienten Pawel Lopacinski

Lopacinski bekam einen Shunt gelegt und versuchte der Situation das Beste abzugewinnen. Auch Lopacinskis Schwiegervater ging die familiäre Situation nahe. Susanne Lopacinski: „Mein Vater war eher der praktische Typ, der hat nie viel Aufhebens gemacht. Insofern war es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass er sich heimlich in Lübeck hatte untersuchen lassen und uns dann mit der Nachricht überraschte, dass er Pawel eine Niere spenden wolle. Die beiden sind an einem Donnerstag im Februar 2008 operiert worden. Am Samstag haben sie sich zum Spazieren gehen abgemeldet und sind gemeinschaftlich in die Lübecker Innenstadt zum Kaffee trinken gefahren.“ Pawel Lopacinski kann den großen Ausflug gut begründen: „Es war uns beiden so langweilig in der Klinik und wir wollten Kuchen essen.“ Der Ausflug bleibt folgenlos, Lopacinski bekommt Medikamente, die eine Abstoßung der Spenderniere verhindern und geht schon nach kurzer Zeit wieder arbeiten.

Es geht ihm gut, bis 2016 eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems festgestellt wird, wahrscheinlich eine Folge der Medikamente, die die Abstoßung verhindern sollen. Lopacinski bekommt ab August eine Chemotherapie. Ab November werden die Nierenwerte zunehmend schlechter, Lopacinski wird schnell wieder dialysepflichtig. Er bekommt zum Übergang einen Zugang am Hals gelegt und muss dreimal in der Woche zur Dialyse. Susanne Lopacinski: „Es waren acht tolle Jahre, die uns mein Vater geschenkt hat.“ Pawel Lopacinski ergänzt: „Trotzdem fragt man sich manchmal, ob man wirklich jeden Mist mitnehmen muss.“

Gefäßchirurg Petridis bei der Shunt-Erstanlage im modernen Zentral-OP im Marienkrankenhaus

Das Shunt-Zentrum am Marienkrankenhaus

Lopacinski wurde von seinem Nephrologen an die Shunt-Sprechstunde im Marienkrankenhaus überwiesen. Dr. Christos Petridis: „Herr Lopacinski ist trotz seiner ungewöhnlichen Vorgeschichte ein typischer Patient. In der Regel warten Dialysepatienten sechs Jahre auf ein Spenderorgan. Es ist also wichtig einen guten und dauerhaften Zugang für die Blutwäsche zu schaffen.“

Dr. Petridis hatte dem Nephrologen von Herrn Lopacinski von einer neuen, innovativen Möglichkeit erzählt, die Erfolgsrate bei Shunt-Operationen zu erhöhen. Mit einem kleinen Drahtnetz, dem VasQ™ Device wird die benötigte Vene gestützt. Warum aber überhaupt eine schmale Vene nehmen, ideal wäre es doch eine kräftige Arterie zu nutzen. Leider liegen Arterien in der Tiefe und sind außerdem nur schmerzhaft zu punktieren. Die Venen, die unter der Haut liegen, sind zwar gut zu finden, haben aber einen zu geringen Blutdurchfluss. Die Lösung heißt VasQ™.

Stent mit Corsage: Diese neuartige Vorrichtung hält die Gefäße im bestmöglichen Winkel und optimiert so die die Strömungsbedingungen des Blutes.

Während bei einer herkömmlichen Shuntanlage eine Vene auf eine Arterie genäht wird und postoperativ kein Einfluss auf den optimalen Übergang der beiden Gefäße besteht, werden mit dem neuen Device eine Arterie und eine Vene oberhalb der Ellenbeuge verbunden. Das Besondere: zusätzlich schiebt der Chirurg über die an die Oberfläche gehende Vene eine Art Korsage, die sich unten mit zwei kleinen Armen an der Arterie festhält. So ist sichergestellt, dass die Vene in einem Idealwinkel von 50 Grad zur Arterie steht und die Strömungsbedingungen des Blutes optimiert werden. Erfahrungen mit dem Device an anderen Venen belegen: das Vorgehen führt bei über 85 Prozent der Patienten zu einem dauerhaften Erfolg.

Bei Pawel Lopacinski wird sich die Vene in den nächsten vier bis sechs Wochen so verändern, dass der Nephrologe das Gefäß zum Anschluss an das Dialysegerät verwenden kann. Lopacinski freut sich darauf, den vorübergehenden Zugang loszuwerden: „Dann kann ich endlich wieder problemlos duschen.“ Dr.Petridis: „Die Therapie mit dem VasQ™ Device konnten wir bis jetzt nur für die eine große Oberarmvene anbieten. Bei Herrn Lopacinski haben wir jetzt weltweit erstmals die andere große Vene benutzen können.“ Was wie ein kleiner Schritt aussieht, kann für Dialysepatienten existentiell sein. „Durch die Vorerkrankungen der Patienten entspricht das Gefäßsystem häufig nicht dem Lehrbuch. Da ist es schon ein großer Vorteil, wenn möglichst viele Versorgungsoptionen bestehen“, so der Gefäßchirurg.

Ein Mann und eine Frau lachen
Pawel Lopacinski und seine Ehefrau Susanne

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Dr. med. Christos Petridis | FEBVS, FICS
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Dr. med. Christos Petridis

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    • Hybrid-Revaskularisation (kombinierte, offen-chirurgische und interventionelle Therapie)
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    • Amputations-/Wundchirurgie
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    • Deutsche Gesellschaft für Chirurgie
    • Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie
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    • Michael E. DeBakey International Surgical Society
    • Vascular Access Society
    • International College of Surgeons
  • Weiterbildungen

    • Facharzt für Gefäßchirurgie
    • Zertifizierter Endovaskulärer Chirurg (DGG)
    • Fellow of the European Board of Vascular Surgery  (U.E.M.S.)
    • Fachkunde Strahlenschutz: Notfalldiagnostik bei Erwachsenen und Kindern (Röntgendiagnostik) für Schädel-, Stamm- und Extremitätenskelett, Thorax, Abdomen
    • Fachkunde Strahlenschutz: Röntgendiagnostik Gefäßsystem, Interventionen Gefäßsystem
  • Lebenslauf

    04/2017 Leitender Arzt der Gefäßchirurgie am Marienkrankenhaus Hamburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
    04/2017FICS - Fellow of the International College of Surgeons
    09/2015 FEBVS – Fellow of the European Board of Vascular Surgery (U.E.M.S.) 
    06/2015 Zertifizierung als Endovaskulärer Chirurg (DGG) 
    04/2015Oberarzt der Gefäßchirurgie am Gefäßzentrum Elmshorn, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Gefäßchirurgie, Sana Regioklinik Elmshorn 
    03/2015Fachkunde Strahlenschutz: Röntgendiagnostik Gefäßsystem
    Fachkunde Strahlenschutz: Interventionen Gefäßsystem 
    01/2015Fachkunde Strahlenschutz: Notfalldiagnostik bei Erwachsenen und Kindern (Röntgendiagnostik) für Schädel-, Stamm- und Extremitätenskelett, Thorax, Abdomen
    10/2014Facharzt für Gefäßchirurgie 
    10/2012 - 11/2014Assistenzarzt an der Abteilung für Gefäßchirurgie, Gefäßzentrum Reinbek, Krankenhaus Reinbek St. Adolf Stift 
    04/2010 - 09/2012 Assistenzarzt an der Abteilung für Gefäßchirurgie, Gefäßzentrum Hamburg Ost, Asklepios Klinikum Wandsbek
    05/2008 - 03/2010Assistenzarzt an der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Amper-Klinik Dachau
    11/2007 - 04/2008 Assistenzarzt an der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Deutschen Herzzentrums München, Technische Universität München
    10/1999 - 06/2007Studium der Humanmedizin, Universität Hamburg
    Geboren am 13.05.1980 in Hamburg
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