Implantate für schwerhörige Menschen

Verlust der Hörfähigkeit, soziale Isolation und sinkende Lebensqualität – hörgeschädigte Menschen haben oft mit starken Einschränkungen zu kämpfen. Spezielle Innenohr-Implantate können Hilfe bieten.

„Das sogenannte Cochlear-Implantat ist eine elektronische Innenohrprothese für gehörlose und hochgradig schwerhörige Menschen, die mit einem Hörgerät nicht mehr optimal versorgt werden können“, erläutert Prof. Dr. med. Wolfgang Kehrl, Chefarzt der Klinik für HNO-Krankheiten am Kath. Marienkrankenhaus. „Während ein Hörgerät nur den Schall verstärkt, wandelt das Cochlear-Implantat Schallwellen in elektrische Signale um, die uber eine Elektrode in der Hörschnecke (lat. Cochlea) den Hörnerv stimulieren. Sie werden dem Hörnerv dann in einem Code zugeleitet, der dem gesprochenen Wort entspricht.“

Abgestimmte Behandlungswege
Bei der Behandlung mit Cochlear-Implantaten kooperiert das  Marienkrankenhaus eng mit Priv. Doz. Dr. med. Marcos Sánchez-Hanke, niedergelassener Facharzt für HNO-Heilkunde in Hamburg. Prof. Kehrl: „Aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit können wir Patienten eine hochwertige, strukturierte und vor allem nachhaltige Versorgung anbieten.“ So wird die gesamte Diagnostik und Rehabilitation ambulant in der Praxis von Priv. Doz. Dr. Sanchez-Hanke durchgeführt. Der operative Eingriff und der  anschließende stationären Aufenthalt erfolgen im Marienkrankenhaus. Wesentliche Vorteile dieses Modells für Patienten: kurze stationäre Aufenthalte, keine langen Anfahrtswege, geringe Ausfallzeiten im Beruf.

„Der erste Schritt zum einem Implantat ist die gründliche Diagnostik“, betont Prof. Kehrl. „Hierzu gehören neben dem Hör- und Sprachverständlichkeitstest auch spezielle Röntgenuntersuchungen.“ Ebenso wichtig sind ausführliche Beratungsgespräche, in die auch Lebenspartner und Familie einbezogen werden. „Hilfreich ist zudem der Austausch mit einem bereits operierten
Patienten, der aus erster Hand konkrete Fragen zum Umgang mit dem Cochlear-Implantat beantwortet.“

Entscheidet sich der Patient für den Eingriff, wird das Implantat während einer rund zweistündigen Operation in den Knochen hinter dem Ohr eingesetzt. Prof. Kehrl: „Dank des technisches Fortschritts und der Entwicklung schonender Operationsverfahren hat sich die Chance auf einen Erhalt der natürlichen Sinnesfunktion stark erhöht.“ Eine Beschädigung der sensiblen Haarzellen
(Rezeptoren im Innenohr) beim Einführen der Elektroden in die Hörschnecke gilt als äußerst selten.

Hören neu lernen
Nach einem kurzen stationären Aufenthalt und einer vier- bis sechswöchigen Pause, in der das Implantat einheilt, folgt die Rehabilitation. Die Besonderheit: anders als bei einem Hörgerät muss das Hören mit dem Cochlear-Implantat neu erlernt werden. Die Feinabstimmung des Sprachprozessors gehört ebenso zur Rehabilitation wie spezielle Hörübungen und eine begleitende Beratung.

Prof. Kehrl: „Die differenzierte Einstellung des Prozessors ermöglicht auch ein zunehmend differenziertes Hören. Teil des Hörtrainings sind deshalb Geräusch- und Sprachlauterkennungsübungen, Richtungshören und Telefontraining.“ Eventuelle Stagnationen im Lernprozess werden im Rahmen einer begleitenden Beratung geklärt. „Die individuelle und vor allem nachhaltige Betreuung der Patienten durch ein kompetentes Team aus Medizinern, Hörgeschädigten-Pädagogen und technischem Fachpersonal gehört zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren eines Cochlear-Implantats“, so Prof. Kehrl. „Auch wenn kein hundertprozentiges Hörvermögen wiedererlangt wird, bietet dieses Hilfsmittel schwerhörigen Menschen eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität“.

Weitere Informationen zur Versorgung mit Cochlear-Implantaten im Marienkrankenhaus.

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