Was bedeutet es, Tag für Tag neues Leben auf die Welt zu begleiten?
Ein Blick hinter die Kulissen im kath. Marienkrankenhaus – einer der
geburtenstärksten Kliniken Hamburgs
Hamburg, 20. Juli 2026
Fast neunmal am Tag beginnt im Kreißsaal des Kath. Marienkrankenhauses ein neues
Leben – und für eine Familie ein völlig neuer Lebensabschnitt. Mal laut und stürmisch. Mal
ganz leise. Hinter jeder Geburt liegen Monate voller Vorfreude, Hoffnungen und
Erwartungen – manchmal aber auch Sorgen.
Im ersten Halbjahr 2026 kamen im Kath. Marienkrankenhaus 1.609 Kinder zur Welt. Unter
ihnen waren 150 Frühgeborene. Im Perinatalzentrum Level 1 begleitet das
interprofessionelle Team Familien von der natürlichen Geburt, über außergewöhnliche oder
komplikationsreichere Betreuungen bis hin zur Versorgung kleinster Frühgeborener. Mit
diesen Zahlen gehört das Haus erneut zu den geburtenstärksten Kliniken Hamburgs.
„Jede dieser Geburten ist einzigartig. Dass sich so viele Familien bewusst für unser Haus
entscheiden, verstehen wir als großen Vertrauensbeweis“, sagt Dr. Joanna Hoyme,
ärztliche Leitung der Geburtshilfe des Kath. Marienkrankenhauses. „Unser Anspruch ist es,
medizinische Kompetenz mit einer persönlichen und familienorientierten Begleitung zu
verbinden. Gerade bei komplexen Geburtsbegleitungen zeigt sich, wie wichtig das enge
Zusammenspiel von Hebammen, Ärztinnen und Ärzten, Pflegeteams sowie den Kolleginnen
und Kollegen der Neonatologie ist in unserem Haus sowie die Zusammenarbeit mit den
niedergelassenen Ärzt:innen. Dieses Miteinander macht unsere Arbeit aus“, so Hoyme.
„Während der Geburt stehen wir an der Seite der Gebärenden, um sie in allen Phasen, die
sie durchleben, optimal zu begleiten. Auch wenn sich Gefühle in Sätzen, wie „Ich kann das
nicht mehr!“ widerspiegeln, ermutigen wir Hebammen die Frauen zum Durchhalten. Im
Verlauf der Geburt dürfen wir dann Zeuginnen sein, wie Frauen voller Kraft und Energie ihr
Kind zur Welt bringen. Diese Momente mitzuerleben, berührt uns auch nach vielen
Berufsjahren immer wieder“, sagt Mechthild Rühlicke, leitende Hebamme des Kath.
Marienkrankenhauses.
Besonders bewegend seien die Geburten, auf die Familien oft viele Stunden oder sogar
Tage hingearbeitet haben. „Wenn Frauen ihren Wunsch nach einer spontanen Geburt
verwirklichen können, fiebern wir als gesamtes Team mit. Doch nicht immer verläuft eine
Geburt wie erhofft – manchmal machen die Umstände einen anderen Weg erforderlich.
Manche Frauen entscheiden sich ganz bewusst bereits im Vorfeld für einen Kaiserschnitt.
Unabhängig davon, wie das Baby zur Welt kommt, die Magie und Einzigartigkeit des
Moments bleibt immer besonders“, ergänzt Rühlicke.
In unserem vorgeburtlichen Kreißsaal „Wellenzeit“ werden Frauen bereits in der frühen
Geburtsphase begleitet. So lernen viele werdende Mütter schon vor der eigentlichen Geburt
mehrere Hebammen kennen.
Umso größer ist die gemeinsame Freude, wenn das Kind schließlich genauso zur Welt
kommt, wie die Familie es sich gewünscht hat.
Für manche Familien ist der Weg ins Kath. Marienkrankenhaus mehrere hundert Kilometer
weit. Werdende Eltern reisen aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder
Niedersachsen an, andere sogar von der Nordseeinsel Amrum, um ihr Kind hier zur Welt zu
bringen.
Mit dem wachsenden Informationsangebot rund um Schwangerschaft und Geburt
verändern sich auch die Erwartungen werdender Eltern. „Viele Frauen und ihre Partner
kommen heute sehr gut informiert über Schwangerschaft und Geburt zu uns. Gleichzeitig
erleben wir, dass die enorme Menge an Informationen auch verunsichern kann“, berichtet
Gaia Friselle, stellvertretende leitende Hebamme im Kath. Marienkrankenhaus. „Unsere
wichtigste Aufgabe besteht dann oft gar nicht darin, möglichst viel zu tun, sondern Ruhe zu
vermitteln, Orientierung zu geben und Frauen darin zu bestärken, auf ihren eigenen Körper
zu vertrauen“, sagt Friselle.
Und obwohl im Marienkrankenhaus jedes Jahr zahlreiche Kinder in Hamburg zur Welt
kommen, bleibt ein Moment immer derselbe.
Der erste Schrei.
Der erste Blick der Eltern auf ihr Kind. Dieser kurze Moment des Innehaltens aller
Beteiligten im Raum.
Die Erleichterung, wenn aus der Zeit des Hoffens plötzlich ein neues Leben geboren ist.
Vielleicht sind es genau diese kleinen Momente, die sich nicht zählen lassen – und dennoch
jede Geburt einzigartig machen.
